Das ist wichtig, weil viele Patienten mit Depression ohnehin unter einer verminderten Sexualität leiden. In zwei unabhängigen Studien konnten wir zeigen, dass gesunde Personen in den Stunden nach Ketamineinnahme pornografische Inhalte tatsächlich als weniger erregend und zugleich als weniger unangenehm empfinden. Zudem fanden sich geschlechtsabhängige Unterschiede sowohl in der Hirnaktivität als auch in der Wirkung auf das sexuelle Empfinden. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Medikamentenwirkungen auch auf Begleitsymptome zu untersuchen und geschlechtsspezifische Unterschiede zu berücksichtigen.
Authors:
Manfred Klöbl1,2, Thomas Liebe3, Gregor Dörl1,2, Peter Stöhrmann1,2, Clemens Schmidt1,2, Elisa Briem1,2, Christian Milz1,2, Gabriel Schlosser1,2, Maximilian Kathofer4, David Gomola1,2, Godber Mathis Godbersen1,2, Julia Sophia Crone4, Rupert Lanzenberger1,2, Marie Spies1,2
Affiliations:
1 Department of Psychiatry and Psychotherapy, Medical University of Vienna, Vienna, Austria
2 Comprehensive Center for Clinical Neurosciences and Mental Health, Medical University of Vienna, Vienna, Austria
3 Department of Psychiatry and Psychotherapy, University of Jena, Jena, Germany
4 Vienna Cognitive Science Hub, University of Vienna
Zur Person:
Dipl.-Ing. Dr.scient.med. Manfred Klöbl ist Neuroinformatiker und klinischer Neurowissenschafter in den Advanced Neuroimaging Labs (ANIL, Leiter: Univ.-Prof. PD Dr. Lanzenberger, www.meduniwien.ac.at/neuroimaging/) der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Im Rahmen seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Vernetzung und Aktivität des Gehirns sowie der Modellierung komplexer Zusammenhänge mittels statistischer Methoden und künstlicher Intelligenz. Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeit von Dr. Klöbl bilden etwa die Wirkung von Substanzen auf das Gehirn und die psychiatrische Sexualforschung.